„Die Portal-Chroniken – Portal“ von Imogen Rose

Arizona Stevens, ein rebellischer Teenie und halber Junge, lebt für Eishockey – und wer das dem zierlichen Mädchen nicht zutraut, bekommt von ihr eindrucksvoll und oft genug handgreiflich Grenzen aufgezeigt.
Bis sie eines Tages im Auto ihrer Mutter erwacht, mit der sie seit der Scheidung von ihrem Vater eine Hassliebe verbindet und zu der sie kaum Kontakt hat. Als wäre das nicht schon genug, stimmt auch ansonsten rein gar nichts mehr: Der Typ namens Rupert soll ihr Vater sein, sie hat einen älteren Bruder und nicht nur ist sie ein blondierter Barbie-Verschnitt, sondern Chefin der Cheerleader mit Hang zu Make-Up und Markenklamotten.

Wähnt sie sich zunächst in einem (Alp-)Traum, wird ihr bald schon klar, dass sie in einer Art paralleler Realität gelandet ist, in der ihr ein paar ihrer Klassenkameraden mehr als bekannt vorkommen und ihr vor allem Kellan, der beste Freund ihres Bruders, einen guten Grund liefert, sich mit den neuen Umständen anzufreunden.
Stellt sich nur die Frage, was ihre Mutter mit all dem zu tun hat, wie sie wieder nach Hause findet – und ob sie das wirklich möchte…

„Portal“ ist der ersten Band der „Portal-Chroniken“ von Imogen Rose, einer spannenden und sehr romantischen Zeitreise-Reihe im All-Age-Bereich, der sich locker und flüssig weg lesen lässt.
Imogen Rose wirft den Leser direkt in die Geschichte rein: Ohne langes Vorgeplänkel landet Arizona in der Parallelwelt und muss sich den verwirrenden Herausforderungen eines komplett anderen Lebens und vor allem vielen neuen Personen stellen. Der Prolog erscheint zu Beginn etwas verwirrend, allerdings wird spätestens ab Mitte des Buches das Rätsel um die ein wenig verwirrende Zeitreise und die Beteiligung der einzelnen Charaktere (Bösewichter inklusive) auch durch einige Perspektivwechsel gelüftet – denkt man, denn am Ende gibt es da noch eine unerwartete Wende.

Besonders an dem ansonsten recht klischee-amerikanisch daherkommenden Setting in einer High-School ist vor allem die Protagonistin Arizona Stevens. Als Wildfang sondergleichen mit mehr als nur leichten aggressiven Schüben, kann sie sich prima im Eishockey-Jungenteam ihrer Schule behaupten. Die Neuorientierung in einem Leben als „richtiges“ Mädchen in einem pinken Zimmer, mit manikürten Nägeln, Cheerleader-Freundinnen und den zwei Seelen, die plötzlich in ihrer Brust wohnen, lassen mit der unabhängigen Arizona mitfiebern. Die Liebesgeschichte zwischen ihr und Kellan, die sich absehbar und wie immer sehr rasch entwickelt, ist einfach süß und ohne genretypische Übertreibungen altersentsprechend intensiv.

Fazit: Ein spannender All-Age-Zeitreiseroman, der zwar mit etwas komplizierten Zeitschleifen-Erklärungen und viel Physik arbeitet, aber vor allem durch eine unorthodoxe Protagonistin, viele zu lüftende Geheimnisse und eine süße, typisch amerikanische High-School-Liebesgeschichte begeistert. Das offene Ende deutet es an – in Amerika sind mittlerweile schon vier Bände der Reihe erschienen, auf deren Übersetzung man gespannt sein darf.

Bewertung: Mitgerissene 13/15 Punkten!!!

Verlag: Imogen Rose
ISBN: 978-0985676636
ASIN: B0092Y7J40

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Die Autorin:

Imogen Rose ist die Autorin der Bestseller-Reihe »Die Portal-Chroniken«, die sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen Kultstaus im Bereich der Indie-Literatur erreicht hat. Ihren ersten Roman veröffentlichte sie 2010. Inzwischen ist sie hauptberuflich als Schriftstellerin tätig und arbeitet gerade an »The Bonfire Chronicles«, ihrer zweiten Buchreihe für jugendliche Leser.

Imogen wurde in Schweden geboren und zog für ihr Studium der Immunologie nach London, das noch heute eine ihrer Lieblingsstädte ist. Nach ihrer Promotion am Imperial College siedelte sie 2001 mit ihrer Familie in die USA nach New Jersey über. Imogen ist ein selbstbekennender Hermès-Fan und gibt offen zu, dass sie Kurt Cobain vergöttert. Sie liebt Shopping, Reisen, Filme und das Zusammensein mit ihrer Familie, ihren Freunden und Tallulah, ihrem Chihuahua.

Weitere Informationen gibt es hier:

Website: http://www.ImogenRose.com/

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„Ivy – Steinerne Wächter“ von Sarah Beth Durst

Princeton, die alte Uni ihres Großvaters, ist auch Lilys großer Traum und so freut sie sich riesig, als er sie und ihre Mutter mit auf ein Ehemaligen-Treffen nimmt. Allerdings hat sie nicht damit gerechnet, dass sie vor eine Aufgabe gestellt wird, die ihr bei Erfüllung innerhalb von 48 Stunden die Aufnahme in die Bruderschaft ihres Großvaters und somit gleichzeitig einen Studienplatz garantierten würde.
Also macht sich Lily auf die Suche nach dem „Ivy Key“ – eine Jagd, die sie quer über den Campus führt und bei der sie neben dem mysteriösen Tye auch den netten Jake kennenlernt, dessen Großvater der Vorsitzende der geheimnisvollen Bruderschaft ist.
Dann macht Lily allerdings ein paar merkwürdige Entdeckungen – sprechende Gargoyles, Bücher über magische Geschöpfe und nicht zuletzt ein Tor in eine andere, magische Welt voll wunderbarer Wesen, die ihre eigene Vergangenheit und die Erkrankung ihrer Mutter in ganz neuem Licht erscheinen lassen.
Aber nicht alle sind glücklich darüber, dass Lily der Lösung des Rätsels auf die Spur kommt. Und nicht jeder ist wirklich so, wie er zu sein scheint…

„Ivy – Steinerne Wächter“ ist nach „Ice – Hüter des Nordens“ der zweite Fantasy-Roman im All-Age-Bereich von Sarah Beth Durst (Egmont Lyx). Dieses Mal gelingt es ihr viel besser, die märchenhaften Ansätze mit der Vielzahl an magischen Wesen zu einer spannenden, sehr flüssig zu lesenden Geschichte zu verweben, die Lust auf jede neue Seite mit weiteren kreativen Einfällen macht.

Die Idee, die Geschichte in einem sehr begrenzten Zeitfenster auf einem räumlich abgeschlossenen Uni-Campus spielen zu lassen, der den Übergang zur anderen Seite beherbergt, und eine Art Schnitzeljagd mit „Wer war der Verräter“-Elementen zu integrieren, sorgt für ordentlich rasante Spannung. Einige Wendungen sind vielleicht vorhersehbar, andere jedoch überraschend. Die eingebaute Liebesgeschichte bleibt bis zuletzt ein wenig spannend und steht überhaupt nicht im Vordergrund.

Und da wäre er auch schon, der eine größere Kritikpunkt – die Charaktere stehen definitiv im Hintergrund, während die magische Welt, ihre Bewohner und das ganze Drumherum die eigentlichen Stars des Buches sind. So bleiben Lily, Tye und Co. ein wenig blass und kommen in der kurzen Zeit entwicklungsmäßig den Ereignissen einfach nicht hinterher.

Fazit: Märchenhafte All-Age-Fantasy, die spannend und mit viel Tempo erzählt ist. Die wunderbare Fülle an Ideen und die noch sehr ausbaufähigen Charaktere bieten genügend Potential für eine wünschenswerte Fortsetzung – und wecken den Wunsch, an dieser Uni auch mal studieren zu dürfen…

Bewertung: Wunderbare 12/15 Punkten!!!

Verlag: Egmont Lyx
ISBN: 978-3802586033

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„Dämonenzirkus“ von Marc Beck

Der kleine Zirkus Magnus steht so kurz vor der Pleite, dass der Zirkusdirektor selbst vor einem Handel mit dem Dämon Moloch nicht zurückschreckt. Zwölf Jahre später hat er es geschafft und seinen Zirkus zum bekanntesten und erfolgreichsten der Welt gemacht – auch dank der sechs mit besonderen Talenten ausgestatteten Jugendlichen, die als Waisen im Zirkus aufwuchsen und von düsteren Träumen heimgesucht werden. Allerdings ist jetzt auch der Zeitpunkt gekommen, an dem der Kreis sich schließt und Moloch seinen Lohn einfordert.

Glenn, der die Zeit anhalten kann, fällt als erstem auf, dass die Geschichten rund um seine Herkunft große Lücken aufweisen und die der anderen fünf nicht minder. Da ist es aber schon fast zu spät, denn Molochs Herr, Satan persönlich, hat einen finsteren Plan, den er mithilfe des Zirkus umzusetzen gedenkt…

„Dämonenzirkus“ von Marc Beck (Satzweiss) ist ein Fantasy-Roman für ältere Kinder und Jugendliche, in dem die Protagonisten wegen ihrer Superkräfte manchmal ein wenig die Bodenhaftung verlieren, ansonsten aber auch altersgemäß und somit glaubwürdig handeln, fühlen und denken. Allerdings verleiht Marc Beck ihnen nicht die erhoffte Tiefe und ihre Entwicklungen finden eher im sehr kleinen Rahmen statt – dabei sind ihre Wünsche und Hoffnungen zwischendurch richtig anrührend.

Von Beginn an ist eigentlich klar, was im Zirkus nicht stimmt und man begleitet die Helden, allen voran Glenn, bei der schrittweisen Enthüllung ihrer Vergangenheit. Die Geschichte wird auch aus den Perspektiven des Zirkusdirektors und anderer wichtiger Personen erzählt, so dass man einen besseren Rundumblick als die Jugendlichen hat und mitfiebern kann, wann und wie sie den dämonischen Ränken auf die Schliche kommen und darauf reagieren. Das ist manchmal durchaus vorhersehbar, aber ein paar unvorhergesehene Wendungen gibt es schon, die gut Spannung aufbauen.
Die gruselige Atmosphäre, die bisweilen durchaus blutige Details aufweist, zieht dafür so schnell in den Bann, dass man das flüssig geschriebene Buch bis zum furiosen Showdown in einem Rutsch durchliest.

Fazit: Ein wirklich kind- und jugendgerechter Fantasy-Roman aus Deutschland, dessen Charaktere ein wenig eindimensional sind, der aber mit einer abenteuerlich-mysteriösen und wirklich gruseligen Handlung im Zirkusmilieu punkten kann und ein paar kleinere Überraschungen parat hat. Man darf auf die Fortsetzung gespannt sein!

Bewertung: Dämonische 11/15 Punkten!!!

Verlag: Satzweiss
ASIN: B008HFCSQO

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„White Horse“ von Alex Adams

Wissenschaftliche Experimente haben „White Horse“ ins Leben gerufen. Die Seuche spaltet die Menschheit in drei Lager: Die wenigen Immunen, die Massen an Sterbenden und die Überlebenden, die ihr Überleben so unglaublich vieles kostet – zu oft auch ihre Menschlichkeit.
Die Amerikanerin Zoe ist zu Fuß und auf sich allein gestellt auf dem Weg quer durch Südeuropa, um den einzigen Menschen zu finden, der ihr noch Hoffnung in diesen grausamen Zeiten gibt: Den Therapeuten Nick, mit dem sie das Rätsel um ihren Anteil an der Apokalypse teilt und dessen Kind sie austrägt.
Während sie sich an jeden Strohhalm klammert und sich immer wieder ihr früheres Leben ins Gedächtnis ruft, kämpft sie verzweifelt ums Überleben und den Erhalt ihrer Menschlichkeit. Ein schwieriges Unterfangen, denn jeder ihr begegnende Mensch könnte auch ihr letzter Kontakt in dieser so grausam veränderten Welt sein…

„White Horse“ von Alex Adams (Piper) ist eine mehr als düstere Dystopie, die zu Beginn so verwirrt, dass man nicht recht ins Buch findet. Man begleitet die Protagonistin Zoe auf ihrer Mission, die sie quer durch Italien und Griechenland führt. Dabei werden sowohl ihre Erlebnisse in der Gegenwart als auch die Erinnerungen, die sie bis hierher führten, in kurzen Sequenzen dargestellt, die mehr Fragen aufwerfen als beantworten und dadurch am Lesefluss hindern.

Das Leben nach der Katastrophe ist gefährlich, bar jeder Hoffnung und gesellschaftlichen Ordnung. Jeder kämpft für sich, sein Überleben und gegen den drohenden und mehr als wahrscheinlichen Tod. Dies hebt „White Horse“ von anderen Dystopien ab, in denen Gemeinschaft als erstrebenswertes Gut dargestellt wird – auch wenn es meist nur gegen den gemeinsamen Feind ins Feld zu ziehen gilt. Allerdings verhindert Alex Adams durch diese trostlose Vision auch die direkte gefühlsmäßige Einbindung der Leser. Hoffnungslosigkeit lässt halt einfach nicht mitfiebern, sondern zieht mit runter.

Zoe erscheint in ihren Erinnerungen sehr selbstunsicher und wenig lebenstauglich, was so gar nicht zu der Frau passt, die sich dann zielgerichtet und ihre Gefühle meistens unterdrückend auf den Weg macht, um dem letzten Gedanken zu folgen, der sie am Leben erhält: Nick. Gerade er ist jedoch absolut nicht greifbar, die kurzen Sequenzen reichen nicht, um ihn wirklich mit Leben zu füllen und so scheint Zoe einem Traumgebilde nachzujagen, was schwer nachvollziehbar ist.

Fazit: Grau, grausam, beängstigend – diese Dystopie zeichnet ein mehr als realistisch anmutendes Bild einer von Wissenschaftlern hervorgerufenen Endzeit. Die zunächst sehr verwirrenden Zeitsprung-Schnipsel und die wenig greifbaren Charaktere sorgen allerdings dafür, dass man außer deprimierenden Gefühlen wenig mitnimmt.

Bewertung: Runtergezogene 9/15 Punkten!!!

Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-70252-2

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