Fünf Kinder, die wie Profis eine Horde Vampire überwältigen und ihm helfen, entführte Frauen zu befreien? Sir Merrick Hadrian ist ein wenig perplex, erkennt aber in Tommy, dem ältesten der bunt zusammen gewürfelten Truppe, einen Funken der „magischen Gabe“. Diese Kraft wohnt allen Rittern inne, die dem geheimen Orden der Tafelrunde angehören und England seit Jahrhunderten vor den Übergriffen durch magische Wesen beschützen.
Da auch die anderen Mädchen und Jungen über technische und übersinnliche Talente verfügen, beschließt Sir Merrick, ihnen ein neues Zuhause zu geben. Er stellt jedoch sehr schnell fest, dass er mit der Erziehung der Straßenkinder komplett überfordert ist. Caroline Bristol erscheint ihm als die beste Wahl für den Job der Gouvernante, denn die junge Frau kann sofort eine Beziehung zu seinen Mündeln aufbauen. Allerdings ist auch Sir Merrick gegenüber ihren den Reizen nicht immun.
Als London von einer dämonischen Macht bedroht wird, müssen alle sieben zusammenhalten, um die Stadt zu retten – und Caroline hat auch noch ein Ass im Ärmel…
„Steam & Magic – Feuerspiel“ ist der erste Band einer Reihe mit Romantik-, Steampunk- und Fantasy-Elementen von Cindy Spencer Pape (Heyne), deren Grundthema die Arbeit des Ordens der Tafelrunde ist und in jedem Band neue Protagonisten hat.
Eingebunden in die Welt Englands in der Mitte des 19. Jahrhunderts, liegt der Fokus zwischenzeitlich sehr auf der Liebegeschichte zwischen Caroline und Sir Merrick, die zugegebener Maßen ein tolles Paar abgeben. Allerdings fiebert man bei ihnen nicht vollen Herzens mit und als es dann plötzlich sehr intim zwischen den beiden wird, widerspricht dies zu sehr Carolines Grundhaltung um glaubwürdig zu sein. Zumindest ist es detailliert und ansprechend beschrieben.
Ein großes Plus dieses Romans sind die begabten Straßenkinder, die Witz und Energie in die Handlung bringen und denen man sofort das Herz öffnet. Man kann nur hoffen, von ihnen in einem der Folgebände noch mehr zu erfahren.
Die Fantasy- und Steampunk-Elemente erscheinen manchmal eher wie reingeschossen, es gibt keine fließende Verbindung, sondern der Fantasy-Teil inklusive Showdown wirkt gewollt, um die Liebesgeschichte weiter zu bringen. Das ist schade, denn die Grundgeschichte hat allein durch den Orden und die Vielzahl an Wesen enormes Potential, das hier zwar zum Einsatz kommt, aber zu einem nicht unerheblichen Teil auch verschenkt wird.
Fazit: Klassisch gestrickte und daher vorhersehbare Story, die aber mit sympathischen Charakteren und einem Mix aus Steampunk und Fantasy-Wesen aller Arten für unterhaltsame Stunden sorgt – der große Clou ist es aber leider nicht.
Bewertung: Etwas verdampfte 9/15 Punkten!!!
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-52990-8