“The Curse – Im Schatten der Schwestern” von Emily Bold

Vanoras Fluch ist gebrochen und es sollten endlich ruhige Zeiten für Samantha, Payton und seinen Clan anbrechen. Allerdings gibt es einen weiteren Fluch, ausgesprochen von der Frau, die schon 1740 die Fäden in der Hand hielt – ein Fluch, der Paytons Leben bedroht und ihm allmählich jede Kraft entzieht.
Doch Samantha ist nicht bereit, ihre große Liebe einfach sterben zu lassen und so führt sie beide der Weg nach Schottland. Das Geheimnis um die fünf Schwestern weist Sam den Weg 270 Jahre zurück durch die Zeit, dorthin wo alles begann.
Schnell steckt sie mitten drin in den Auseinandersetzungen der Clans und trifft auch auf Payton. Aber einen Payton, der Sam nicht erkennt, aber für sie gleichzeitig unheimlich vertraut und doch so fremd ist. Und der sie für den Feind hält, während sie für ihn nur Liebe empfindet.
Sams Versuche, Paytons Vertrauen zu gewinnen und den Fluch zu brechen, werden zum Wettlauf gegen die Zeit…

„The Curse – Im Schatten der Schwestern“ ist der zweite Band der All-Age-Fantasy-Serie von Emily Bold, der erneut in zwei Zeiten vor der wunderschönen schottischen Kulisse spielt und mit einem guten Schuss Magie die romantische und auch dramatische Liebesgeschichte zwischen Samantha und Payton im gewohnt flüssigen und mitreißenden Stil weiterspinnt. Es ist auf jeden Fall ratsam, die beiden Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, auch wenn ein Seiteneinstieg durch eingestreute Informationen locker möglich ist – man taucht einfach tiefer in die Geschichte ein.

Wie schon am Ende vom ersten Band angekündigt, ist die Sache mit den Flüchen noch nicht ausgestanden und Paytons Leben ernsthaft in Gefahr. Hier gibt es Punktabzüge in der B-Note, denn die darauf folgende Reaktion von Payton erinnert zu sehr an die Märtyrer-Aktion von Glimmerboy Edward, auch wenn Sam das mit zwangsweiser Tatkraft gut wieder wettmacht und die Phase gottlob schnell vorbei ist.
Emily Bold bindet dieses Mal nicht nur Rückblenden ein, um die Geschichte verständlich zu machen, sondern lässt Samantha auf eine mystisch-magische Zeitreise in eine glaubwürdig beschriebene Vergangenheit gehen, die alle schon bekannten Geschehnisse in einem neuen Licht erscheinen lässt – allerdings mit den schon bekannten Schurken. Die Beziehung der Protagonisten wird durch die gemeinsamen Erfahrungen in zwei Zeiten nicht nur auf die Probe gestellt, sondern gewinnt noch an Tiefe und Bedeutung, weshalb man das Buch gar nicht mehr weglegen mag.

Fazit: „The Curse – Im Schatten der Schwestern“ kann genauso überzeugen wie der erste Band. Es gibt einige Wiederholungen für Seiteneinsteiger und statt der Rückblicke im ersten Band eine harmonisch eingebaute Zeitreise. Alles in Allem also eine spannende, dramatische, wunderbar romantische und richtig gut zu lesende All-Age-Fantasy, die man sich nicht entgehen lassen sollte!

Bewertung: Erneut begeisterte 13/ 15 Punkten!!!

Verlag: Create Space
ISBN: 978-1479297467
ASIN: B00998TGYU

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„Ein Vampir liebt auch zweimal“ von Katie MacAlister

Corazon hätte gar nichts gegen einen neuen Mann in ihrem Leben, nachdem der letzte von ihrer Freundin übernommen wurde – nicht, dass es sie stören würde, den Idioten an sie abzutreten. Der einzige Mann, der ihre Gedanken beherrscht, ist jedoch ein blutrünstiger, grünäugiger Vampir, den sie in einer Rückführungszeremonie neben ihrem toten, früheren Ich gesehen hat.
Dann überschlagen sich die Ereignisse und Cora gerät mit einem Höllenfürsten aneinander, wird zu einem Werkzeug eben selbigen und von ihm daraufhin mit der neuen Frau ihres Ex ins Abaddon geschickt. Was für ein toller Tag!

Auf der Suche nach dem Ausweg aus der Hölle entdeckt sie einen sterbenden Vampir und kann nicht gegen ihr Pflichtgefühl an, das ihr gebietet, ihm ein wenig ihres Blutes zu geben.
Hätte sie gewusst, dass Alec der Dunkle aus ihrem früheren Leben ist und sie mit ihm vom Rat der Dunklen, machtgeilen Mönchen und noch machthungrigeren Höllenfürsten gejagt wird, während irgendwer ihr früheres, verdammt nerviges Ich wieder zum Leben erweckt hat, hätte sie ihrem Gewissen wohl einen Maulkorb verpasst…

„Ein Vampir liebt auch zweimal“ ist der neueste Band der „Dark Ones“-Reihe von Katie MacAlister (Egmont Lyx) – allerdings keinesfalls einer der stärkeren Bände. Das Potential der Geschichte wird bis auf ein paar nette Ideen und Wendungen einfach nicht voll ausgeschöpft.
Schön ist, dass einige alte Bekannte erneut auftauchen, was bei dieser Geschichte rund um den zuvor eher negativ besetzten Alec besonders im Hinblick auf Pia und Kristoff Sinn macht. Aber auch der Lich Urluf, der Höllenfürst Bael und die Wächterin Noelle treten mehrfach in Erscheinung.

Mittlerweile scheinen Katie MacAlister jedoch ein wenig die Ideen auszugehen, denn das alte „die Auserwählte rettet seine Seele“-Spiel beginnt schon nach wenigen Seiten und die Errettung des Dunklen gibt es schon zur Halbzeit des Buches. Das darauf folgende Dauergeturtel der beiden in den unpassendsten Situationen übersteigt dann deutlich die Spannung der restlichen noch folgenden Verwicklungen, die zudem arg vorhersehbar sind und nebenbei laufen. Stachen die vorherigen Bände durch großartige Schnellschuss-Dialoge hervor, bei denen man einfach laut lachen musste, kommen diese trotz der wie immer kurzweiligen Schreibe hier leider einfach zu kurz.

Fazit: Dieser neunte Band der Reihe um die „Dark Ones“ ist wie immer fluffig geschrieben und nett zu lesen, allerdings trotz des Wiedersehens mit einigen alten Bekannten längst nicht so lustig wie seine Vorgänger – und einige Wendungen wiederholen sich leider mittlerweile auch.

Bewertung: Etwas inspirationslose 8/15 Punkten!!!

Verlag: Egmont LYX
ISBN: 978-3802587962

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„Grave Mercy – Die Novizin des Todes“ von Robin LaFevers

Ismae überlebte im Mutterleib den Versuch ihrer Mutter sie abzutreiben und wurde so eine „Tochter des Todes“ – auf ewig gezeichnet, ausgestoßen und misshandelt.
Auf der Flucht vor ihrer Zwangsheirat gelangt sie zur Schwesternschaft des Heiligen Mortain und wird als Novizin aufgenommen. Nach Jahren der Ausbildung in der Herstellung von Giften und im Töten von Menschen, die ihr Gott Mortain entsprechend gekennzeichnet hat, wird sie auf ihren ersten Auftrag geschickt.
Die ungekrönte, blutjunge Herzogin Anne soll verheiratet werden und die Franzosen wittern endlich eine Chance, die unabhängige Bretagne zu übernehmen. Ismae wird aufgetragen, als angebliche Mätresse deren Bastard-Bruder Gavriel Duval und den Kanzler Crunard an den Hof zu begleiten, um Anne zu schützen und mögliche Verräter aufzuspüren und aus dem Weg zu räumen.
Schon bald entspinnt sich ein Netz von Intrigen, die Ismae zu entwirren versucht. Mordanschläge werden verübt, Freund und Feind sind nicht mehr auszumachen – Ismae muss erkennen, dass neben den verwirrenden Gefühlen für Duval auch ihre eigene Bestimmung nicht so klar ist, wie ihr ihre Äbtissin immer glauben machte…

Nach einem recht drögen Beginn entwickelt „Grave Mercy – Die Novizin des Todes“ (cbj) erst nach gut 100 Seiten eine mitreißende Spannung, die dann aber bis zum Schluss anhält.
Allerdings sollte man sich nicht täuschen: Der Fantasy-Anteil, den Robin LaFevers einbaut, ist recht gering, insgesamt nehmen die politischen Intrigen an einem mittelalterlichen Hof den größeren Raum ein. Die werden dafür immer nur häppchenweise enthüllt, es gibt viele Sackgassen und erst ganz zum Schluss wird der wirkliche Hintergrund von allem deutlich.
Die „Töchter des Todes“, ihre tödlichen Gaben, die ihnen von Mortain verliehen wurden und somit ihr Status als eine Art Auftragskillerinnen in göttlicher Mission werden dagegen eher punktuell, aber immer passend eingebaut.

Im Vordergrund steht die Ich-Erzählerin Ismae, die sich durch das Kloster errettet fühlt und die Absichten ihrer Äbtissin und ihres Heiligen nicht in Frage stellt, bis Ereignisse in der wirklichen Welt und die Entwicklung von ihrem Auftrag widersprechenden Gefühlen ganz neue Denkprozesse in Gang setzen. Ihre nüchterne, gefühlsarme (weil nie gelernte) Art ihre Umgebung wahrzunehmen und zu beschreiben muss man mögen, dann kann man sich durchaus mit der jungen Frau identifizieren und mit ihr mitfiebern. Und so ist auch die eingebaute Liebesgeschichte eher leise, mit einem überzeugenden, kitschfreien und trotzdem schönen Ende.

Fazit: Mehr mittelalterlicher Polit-Krimi als Fantasy-Roman, der nach längerer Einfindungsphase dann aber doch bis zum Schluss spannend bleibt und mit einer kühlen, vom Schicksal mit einer dunklen, gefährlichen Gabe versehenen Protagonistin besticht, die auf der Suche nach ihrer wahren Bestimmung ist.

Bewertung: Gut unterhaltende 10/15 Punkten!!!

Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-40156-9

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„Aoife“ von Anja Ollmert

Marketing-Profi Aoife hat nach dem Tod ihres Verlobten nie wieder ihr Herz verschenkt und lebt still für sich in ihrem kleinen Cottage und frönt ihrer Liebe zu Büchern.
An Samhain vergräbt sie sich in ein Buch über den Held Cúchulainn und seine sagenhaften Abenteuer am Hofe des Königs und schläft darüber ein. Als sie aufwacht, sitzt sie dem Helden ihres Buches leibhaftig gegenüber – das Buch hat sie in längst vergangene Zeiten entführt. Cúchulainn erklärt sich bereit Aoife zu beschützen und nimmt sie mit an den Hof des Königs, wo nicht jeder die wunderschöne Frau mit offenen Armen empfängt.
Aoifes beste Freundin Cathy und ihr Mann Ian sind seit Aoifes Verschwinden voller Sorge und nehmen das Schlimmste an…

Anja Ollmerts Zeitreise-Roman „Aoife“ (Ihwa gesprochen) ist ein ganz ruhiges Buch, das leider ohne große Höhen und Tiefen auskommt, jedoch in einem angenehm zu lesenden, flüssigen Stil geschrieben wurde – wenn man sich denn an die wirklich komplizierten Namen gewöhnt hat.
Die wirklich gelungenen Sagen rund um den irischen Held Cúchulainn (Kulinn), die Aoife zu Beginn liest, geben sprachlich auch den Stil für die eigenen Erlebnisse der Protagonistin nach ihrem Zeitsprung vor: Märchenhaft, eher umschreibend als klar formuliert, klare charakterliche Zuschreibungen bei den handelnden Personen mit geringem Entwicklungs-Spielraum und Gefühle entstehen ebenfalls sehr spontan. Da fehlt ein wenig die emotionale Spannung, die mitfiebern lässt und auch die Erlebnisse im alten Irland bergen kaum Überraschungen.

Besonders ist die Idee, nach dem Zeitsprung von Aoife immer wieder den Blick auf ihre Freunde zu werfen und auch ihrem Erleben einen größeren Raum zu geben. Hier gibt es keine Zeitschleife, die an den Ausgangspunkt zurückführt, sondern beide Seiten leben und erleben parallel, was auch wichtig für die Handlung wird.
Sehr aufgesetzt und nach Textverlängerung wirkt die detailreiche Erzählung über das Leben des jungen Mannes aus Nazareth – nichts gegen Jesus, aber das passt irgendwie in dem Umfang nicht rein.

Fazit: Zeitreise-Roman, der sprachlich im Stil der Sagen und Legenden verhaftet ist, ein bisschen zu ruhig vor sich hin plätschert und daher nicht so zu fesseln vermag. Schön ist, dass er nach dem Zeitsprung der Protagonistin auf zwei Ebenen spielt und aufzeigt, welche Konsequenzen das plötzliche Verschwinden einer wichtigen Person hat.

Bewertung: Etwas behäbige 8/15 Punkten!!!

Verlag: AAVAA Verlag
ISBN: 978-3862549856

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