„Ritter Namenlos – Ein Märchen“ von Thomas Wewers

Ritter Namenlos macht sich samt seiner dicken, schweren Rüstung auf, den Schatz im Land der Kobolde und Hexen zu finden, den bisher noch niemand finden konnte.
Ihm stehen einige Prüfungen bevor, denen er recht hilflos gegenüber steht und die verhindern, dass er seinen weg weiter gehen kann.
Allerdings begegnen ihm auf seinem Weg auch ganz viele Menschen mit sonderbaren und fremden Verhaltensweisen, die jedoch einen eigenen Weg gefunden haben, durch die Welt zu gehen und Hindernisse zu überwinden…

Die Kurzgeschichte „Ritter Namenlos“ von Thomas Wefers ist ein modernes Märchen, das sich mit dem Leben und Erleben von Menschen mit geistigen Behinderungen auseinandersetzt.
Wefers lässt dafür den Ritter auf Schatzsuche gehen und ihn dabei mit verschiedenen Menschen in Berührung kommen, die allesamt eine besondere Art und Weise haben mit ihrer Umwelt zu kommunizieren und sie sich dadurch zu erschließen. Spannend ist dabei, wie die Annährung des Ritters zu den Personen vor sich geht und welche Lernprozesse beim Ritter ablaufen, damit er seinen Weg gehen kann und ans Ziel gelangt.
Und genau da liegt die Weisheit und die Magie dieser Geschichte: Was ist das Ziel, was macht reich und wo liegen wirklich die Schätze?
Sprachlich gibt es noch ein paar kleinere Hürden zu nehmen, jedoch schmälern sie nicht den Genuss und die Botschaft der Kurzgeschichte.

Fazit: Bizarre und dennoch (oder gerade deshalb?) berührende Auseinandersetzung mit dem Thema geistige Behinderung. Diese Kurzgeschichte eröffnet auf märchenhafte Weise einen anderen Zugang zu dieser oft befremdlich anmutenden Welt.

Bewertung: Faszinierte 10/15 Punkten!!!

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG
ASIN: B0088NQGOU

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„Verbannt zwischen Schatten und Licht“ von Kira Gembri

Lily ist ein echter Pechvogel – ihre Krankenakte bei der Schulschwester ist dicker als ein Staatsvertrag und scheinbar hat ihr Unfallrisiko nicht abgenommen, nur weil sie zur neuen Schule gewechselt hat.
Und da wäre noch Jinxy, ihre beste Freundin, die auch an der Elite-Schule angenommen wurde und die ziemlich schräg drauf ist. So schräg, dass sie die brave, strebsame Lily direkt am ersten Tag vor versammelter Mannschaft lautstark an den Mann bringen will und einfach alle zu einer Party einlädt. Die natürlich bei Lily stattfinden soll. Als hätte es nicht gereicht, dass ihr dieser düstere, aber durchaus heiße Typ, Rasmus, eine halbe Rolle Klopapier vom Schuh pflückt und sie am Liebsten vor Scham im Boden versinken würde.
Dann bittet Rasmus sie um ein Date und Lily gerät in ein wahres Gefühlschaos, denn mal ist er freundlich und flirtet sie an, um sich nur Stunden später in einen völlig anderen Menschen zu verwandeln, der sie total vor den Kopf stößt.
Ein Einbruch, ein Überfall durch ein Junkie-Pärchen und schlechter werdende Noten geben ihr den Rest – bis sie einige komische Dinge an Rasmus bemerkt, die alles noch viel vertrackter machen…

„Verbannt zwischen Schatten und Licht“ ist eine locker-fluffige All-Age-Fantasy mit viel Humor, tollen Dialogen und zusätzlich auch einer großen Portion Gefühl, die junge Leserinnen und Fans dieser Geschichten gut unterhalten dürfte.
Kira Gembri erfindet dabei nicht das Rad neu und das gängige Muster „junge, unscheinbare Streberin mit Herz verliebt sich in dunklen, heißen und mysteriösen Typen und es gibt ein Fantasy-Element“ wird auch in diesem Buch angewendet. Allerdings schafft es Kira Gembri sehr lange, Rasmus’ Geheimnis nicht zu verraten und viele Optionen anzubieten, die ins Grübeln kommen lassen. Dies erreicht Kira Gembri auch durch eingeschobene, kurze Sequenzen aus Sicht der Gegenseite, die sich von leichten Stalking-Tendenzen zu einer wahren Bedrohung entwickeln, ohne dass man zu früh durchblickt, wer denn hier die fiesen Absichten hat.

Vor allem aber wird es nicht langweilig, dafür sind die Gespräche und ewigen Streitereien zwischen Lily und Rasmus zu spannend und kurzweilig. Manchmal erscheint Lily arg naiv, wenn sie die Erklärungen von Rasmus einfach schluckt und alles durch wenige Sätze wieder gut wird, man fühlt beim Lesen jedoch die ganze Zeit mit ihr mit. Ein besonderes Schmankerl ist Jinxy, dieser Wirbelwind von bester Freundin, über die man immer wieder herzlich lachen muss und die leider in der zweiten Hälfte des Buches etwas weniger vorkommt.

Fazit: All-Age-Fantasy nach bekanntem Strickmuster, jedoch durchaus mit eigenen Anteilen, bei der man endlich mal recht lange im Dunkeln tappt. Der flüssige Stil, die vielen flotten Dialoge und die wahnsinnige, aber auch wahnsinnig witzige Jinxy (jeder sollte eine haben!) machen das Buch zu einem echten Lesespaß für Genre-Fans.

Bewertung: Unterhaltsame 10/15 Punkten!!!

Verlag: CreateSpace
ISBN: 978-1478191872
ASIN: B008ADUFKE

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Die Autorin:

Name: Kira Gembri
Alter: 26
Wohnort: Wien
Berufliches Standbein: Ich bin gerade dabei, mein Studium abzuschließen – bloß drängen bei mir zurzeit alle möglichen Texte aufs Papier, nur nicht meine Abschlussarbeit!

Warum hast du dich für das Genre Fantasy entschieden?
Um ein gewisses rothaariges Mädchen zu zitieren: „Ich mach mir die Welt, wiedewiedewie sie mir gefällt!“

Das „3×3“-Kurzinterview

Drei Bücher, die dich geprägt haben bzw. die man gelesen haben sollte:
Besonders geprägt haben mich die Romane, die mir meine Mutter vorgelesen hat; stellvertretend für sehr viele tolle Bücher: „Taube unter Falken“ von Katherine Allfrey, das heutzutage leider kaum jemand kennt. Eine große Bedeutung hat für mich auch die Alanna-Reihe von Tamora Pierce, durch die vor vielen Jahren meine Vorliebe für YA-Fantasy geweckt wurde (Reihen zähle ich als ein Buch *lach), außerdem die Edelstein-Trilogie, weil ich mir Kerstin Giers locker-flockigen Schreibstil zum Vorbild genommen habe.

Drei Figuren aus Literatur oder Film und ihre Fähigkeiten, die für dich die perfekte Kombination bilden würden:
Wenn ich mir schon mal den perfekten Mann zusammenbasteln darf – Cole aus Maggie Stiefvaters „Wolves of Mercy Falls“-Trilogie mit seinem Sarkasmus, seiner Intelligenz und Kreativität (und seinem rauen Rockstar-Charme); Four aus Veronica Roths „Divergent“ mit seinem Mut, seiner Stärke und seinem Beschützerinstinkt; und dann noch … für alle Fälle … das Sams mit seinen Wunschpunkten.

Drei Dinge, die für dich zum Schreiben unbedingt notwendig sind:
Die richtige Musik zum Ankurbeln des Kopfkinos; ein Fenster, aus dem ich gedankenverloren starren kann; und eine Tasse Kaffee, damit ich beim Musikhören und Aus-dem-Fenster-Starren nicht zu sehr abdrifte.

Homepage/Autorenseite bei FB:

http://www.facebook.com/kira.gembri

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„The Curse – Vanoras Fluch“ von Emily Bold

Liebeskummer, der Tod ihrer Großmutter, eine ätzende Cousine und schlechte Noten in Geschichte noch obendrauf – es gibt mehr als einen Grund für die Einzelgängerin Samantha, an dem Schüleraustausch teilzunehmen, der sie von Delaware ins ferne Schottland führt.
Kaum angekommen trifft sie auf einer Besichtigungstour den verschlossenen Payton, der nicht lacht und bei jeder Berührung zusammen zuckt. Und auch das alte Amulett ihrer Großmutter verströmt eine unglaubliche Hitze, wenn er in ihre Nähe kommt. Trotz all dem können sie sich nie lange voneinander fern halten und mit jedem Tag scheint Payton in Sams Nähe mehr aufzutauen.
Wäre da nicht Paytons Geheimnis, das sich um seinen Clan und einen uralten Fluch dreht. Denn dieser Fluch scheint auch Sam zu betreffen und ihrer aller Zukunft zu verändern. Eine Veränderung, die nicht jeder im Clan gerne sieht und Sam in Lebensgefahr bringt…

Die tolle Verbindung aus historischen Highland-Roman, Teenager-Liebesgeschichte vor toller Kulisse und einem guten Schuss Magie in Form eines Fluches machen den Reiz von „The Curse – Vanoras Fluch“ aus.
Emily Bold gelingt es dabei durch ihren wunderschönen, flüssigen Stil mühelos, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln. Auch wenn einige Aspekte durchaus vorhersehbar sind und einige arg glückliche Zufälle ins Spiel kommen, wartet man dennoch gespannt auf die nächste Entwicklung der Handlung und fiebert mit den Protagonisten mit, wenn es gefühlsmäßig mal wieder arg hoch hergeht.
Sam und Payton sind ein Paar, das zwar von Beginn an die gegenseitige Anziehung verspürt, es sich aber charaktergemäß nicht leicht macht, sich auf den anderen einzulassen. Die stattfindenden Perspektivwechsel von Sam zu Payton lassen dabei einzelne Szenen in einem anderen Licht erscheinen und geben dem Leser gegenüber den beiden einen gewissen, aber nicht zu großen Wissensvorsprung.
Schön sind auch die harmonisch eingefügten Rückblenden zu den Ereignissen, die zum Fluch führten und die erfreulicherweise ellenlange Monologe zur Erklärung vermeiden.

Fazit: Fesselnde All-Age-Fantasy rund um einen uralten schottischen Fluch und die Macht, diesen zu lösen -  spannend, emotional und richtig schön geschrieben. Der Roman ist in sich abgeschlossen, auch wenn es einen fiesen Cliffhanger gibt, der hoffentlich in Band zwei aufgelöst wird, der schon in diesem Sommer erscheinen soll. Und wenn wir wieder mal keinen bekommen, wird das zum „Tod durch Neugier“ einer gewissen Bloggerin führen!

Bewertung: Hingerissene 13/15 Punkten!!!

Verlag: CreateSpace
ISBN: 978-1477678602
ASIN: B0058IXYMA

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Die Autorin

Name: Mein Name wird nicht verraten, aber unter dem Pseudonym Emily Bold verfasse ich meine Romane.
Alter: 32
Wohnort/Region: Bayern, Mittelfranken
Berufliches Vorleben oder Standbein: Das Leben neben meiner Schreiberei ist geprägt von meiner Familie und meinen Freunden. Mein Geld habe ich bisher immer als Chemielaborantin verdient, wo ich zuletzt in einem mikrobiologischen Laborbereich tätig war (bin gerade in Elternzeit).

Warum gerade Fantasy?
Eigentlich ist es bei mir ja nur am Rande Fantasy. In der Hauptsache schreibe ich fürs Herz.

Das „3×3“-Kurzinterview

Drei Bücher, die dich geprägt haben bzw. die man gelesen haben sollte:
Die „Highland-Saga“ von Diana Gabaldon (ja ich weiß, das sind mehr als drei Bücher *lach)
„Rattentanz“ von Andreas Tietze
„Illuminati“ von Dan Brown

Drei Dinge, die für dich zum Schreiben unbedingt notwendig sind:
Kaffee mit viel Milch und Zucker, Ruhe und für die Pausen Schokopudding

Drei Begriffe, mit denen gute Freunde Sie/dich beschreiben würden:
Chaotisch, verrückt, herzlich
Hat einen Schuhtick – aber das lasse ich nicht gelten, daher ist es der 4. Begriff!  *grins

Homepage/Autorenseite bei FB:
http://emilybold.de

http://facebook.com/emilybold.de

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„Des Nachts – Eine Tragödie (#1 Der Jäger)“ von Michael Stadelmann

Während der Jäger eines der blutrünstigen Wesen der Nacht fängt und dem Sonnenlicht aussetzt, brechen die anderen über das Dorf hinein, das er eigentlich schützen soll.
Er kommt zu spät, um die Waisen zu retten und der Orden, der die Herrschaft über das Dorf hat und dem er unterstellt ist, gibt ihm die Schuld. Er beschließt Rache zu nehmen und den EINEN zu jagen.
Allerdings hat der Jäger keine Ahnung, wem er sich wirklich in den Weg stellt….

„Des Nachts – Eine Tragödie (#1 Der Jäger) hat nichts gemein mit aktueller Vampir-Literatur – hier gibt es keine Glimmer-Boys und kuschelige Teenie-Liebeleien, sondern eine Horde blutrünstiger, nachtaktiver Wesen, die nur durch Sonnenlicht zu töten sind, einen mysteriösen Orden und den Jäger samt Liebster.
Michael Stadelmann hält sich dabei nicht lange mit Personen- und Ortsbeschreibungen auf, sondern lässt seine Geschichte eher über Dialoge und Gedanken seines Jägers entstehen. Dabei bedient er sich der Sprache alter Dramen, was eine wirklich innovative Art ist mit dem fast schon ausgelutschten Vampir-Thema umzugehen.
Das klappt nicht immer hundertprozentig, manche Formulierungen wirken einfach zu gestelzt, andere zu modern. Aber er hat einige richtig flotte Sequenzen dabei, die zeigen, wie gut Michael Stadelmann mit Sprache umgehen kann und wie viel Spaß er selber an der Sache hat – und die machen wirklich Lust auf die Teile 2 bis 4!

Fazit: Mal ganz was anderes – kurz, knapp, knackig! Sprachlich und stilistisch ist es definitiv noch ausbaufähig. Allerdings gibt es einen Sonderbonus für die fesselnde Idee, eine Vampirgeschichte als klassisches Drama zu präsentieren.

Bewertung: Kreative 8/15 Punkten!!!

Verlag: Michael Stadelmann
ASIN: B007ZIU1OU

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Der Autor

Name:  Michael Stadelmann
Alter: 27
Wohnort:  Fürth
Berufliches Standbein:
Ich arbeite schon ziemlich lange Vollzeit an einer Tankstelle, schlage aber gerade einen neuen Weg ein, um mich weiterzubilden…

Warum gerade Fantasy?
Generell schreibe ich nicht nur im Fantasy-Sektor. Ich erzähle einfach gerne dramatische Geschichten, weil die in der Regel besser hängen bleiben, als solche, bei denen alles gut ist.
„Des Nachts“ bewegt sich im Fantasy-Bereich, weil man in ebendiesem mehr Freiheiten hat. Ich hätte es auch ohne diesen Fantasy-Aspekt („Nachtwandler“ im Volksmund „Vampire“) schreiben können, aber das hätte die Geschichte verunstaltet. Ich wollte eine bestimmte Situation im abschließenden 4. Teil („Erlösung“) drin haben, was als durchweg realistische Geschichte nicht funktioniert hätte.

Das „3×3“-Kurzinterview

Drei Bücher, die dich geprägt haben bzw. die man gelesen haben sollte:
Danielle Steel – „Das Geschenk“
Johann Wolfgang von Goethe – „Faust“
Max Frisch – „Andorra“

Drei Dinge, die für dich zum Schreiben unbedingt notwendig sind:
Inspiration (die gibt’s überall), Ruhe (die leider nicht) und mein Laptop

Drei Menschen, die du gerne einmal treffen würdest:
Emma Watson, Till Lindemann (Der Rammstein-Sänger) und Eluveitie (Sorry, aber da geht nur die gesamte Band!)

Homepage/Autorenseite bei FB:

www.facebook.com/MSTofficial

http://www.amazon.de/Michael-Stadelmann/e/B007XLT366/ref=ntt_dp_epwbk_0

Vielen Dank für deine Teilnahme an MW-Spezial!