„Aoife“ von Anja Ollmert

Marketing-Profi Aoife hat nach dem Tod ihres Verlobten nie wieder ihr Herz verschenkt und lebt still für sich in ihrem kleinen Cottage und frönt ihrer Liebe zu Büchern.
An Samhain vergräbt sie sich in ein Buch über den Held Cúchulainn und seine sagenhaften Abenteuer am Hofe des Königs und schläft darüber ein. Als sie aufwacht, sitzt sie dem Helden ihres Buches leibhaftig gegenüber – das Buch hat sie in längst vergangene Zeiten entführt. Cúchulainn erklärt sich bereit Aoife zu beschützen und nimmt sie mit an den Hof des Königs, wo nicht jeder die wunderschöne Frau mit offenen Armen empfängt.
Aoifes beste Freundin Cathy und ihr Mann Ian sind seit Aoifes Verschwinden voller Sorge und nehmen das Schlimmste an…

Anja Ollmerts Zeitreise-Roman „Aoife“ (Ihwa gesprochen) ist ein ganz ruhiges Buch, das leider ohne große Höhen und Tiefen auskommt, jedoch in einem angenehm zu lesenden, flüssigen Stil geschrieben wurde – wenn man sich denn an die wirklich komplizierten Namen gewöhnt hat.
Die wirklich gelungenen Sagen rund um den irischen Held Cúchulainn (Kulinn), die Aoife zu Beginn liest, geben sprachlich auch den Stil für die eigenen Erlebnisse der Protagonistin nach ihrem Zeitsprung vor: Märchenhaft, eher umschreibend als klar formuliert, klare charakterliche Zuschreibungen bei den handelnden Personen mit geringem Entwicklungs-Spielraum und Gefühle entstehen ebenfalls sehr spontan. Da fehlt ein wenig die emotionale Spannung, die mitfiebern lässt und auch die Erlebnisse im alten Irland bergen kaum Überraschungen.

Besonders ist die Idee, nach dem Zeitsprung von Aoife immer wieder den Blick auf ihre Freunde zu werfen und auch ihrem Erleben einen größeren Raum zu geben. Hier gibt es keine Zeitschleife, die an den Ausgangspunkt zurückführt, sondern beide Seiten leben und erleben parallel, was auch wichtig für die Handlung wird.
Sehr aufgesetzt und nach Textverlängerung wirkt die detailreiche Erzählung über das Leben des jungen Mannes aus Nazareth – nichts gegen Jesus, aber das passt irgendwie in dem Umfang nicht rein.

Fazit: Zeitreise-Roman, der sprachlich im Stil der Sagen und Legenden verhaftet ist, ein bisschen zu ruhig vor sich hin plätschert und daher nicht so zu fesseln vermag. Schön ist, dass er nach dem Zeitsprung der Protagonistin auf zwei Ebenen spielt und aufzeigt, welche Konsequenzen das plötzliche Verschwinden einer wichtigen Person hat.

Bewertung: Etwas behäbige 8/15 Punkten!!!

Verlag: AAVAA Verlag
ISBN: 978-3862549856

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