„Die zwei Monde“ von Luca Tarenzi

Ein halbes Jahr wohnt Veronica schon in Mailand, aber wohl fühlt sie sich dort nicht. In der Klasse die von drei Grazien gepiesackte Außenseiterin und obendrein unglücklich verknallt in Alex, erwacht sie nach einer Party mit Bisswunden am Fuß und einem sinnlichen Overkill.
Verstörend realistische Träume, eine immer stärker werdende körperliche Kraft und der langsame Verlust ihrer Selbstkontrolle machen Veronica genauso Angst wie die dunklen Gestalten, das Mädchen mit den Veilchen und der Bettler mit den Schlangenaugen, die immer wieder in ihrer Nähe auftauchen. Allein dem Studenten Ivan, den sie im Schwimmbad kennenlernt und der wider Erwarten ihre Nähe sucht, gelingt es sie abzulenken und aufzumuntern.
Als der geheimnisvolle Conte ihr jedoch erklärt, was wirklich mit ihr geschieht und ihr unbekannte, magische Welten eröffnet, lässt sie den Wolf immer mehr an die Oberfläche kommen – denn da gibt es noch einige Leute, mit denen sie eine Rechnung offen hat.
Während ein geheimnisvoller Orden sich an ihre Fersen heftet und der nächste Vollmond immer näher rückt, erkennt Veronica, dass sie Freund und Feind nicht mehr so einfach unterscheiden kann und ihr Leben am seidenen Faden hängt…

„Die zwei Monde“ von Luca Tarenzi (Heyne) ist eine All-Age/Urban-Fantasy aus Italien, die das Werwolf-Thema mal abseits des Mainstreams aufzieht und in einer eigenen, gut durchdachten magiedurchwirkten Welt langsam, aber durchgängig Spannung aufbaut.
Hier geht es um die Herkunft des Wolfsgottes und die Auswirkungen auf die neue menschliche Hülle nach der überraschenden Übernahme. Veronica, die mehrfach die Entscheidung zwischen der verführerischen dunklen Seite ihrer neuen Kräfte und ihren persönlichen ethischen Grenzen fällen muss, entwickelt sich dabei vom unsicheren Teenager zu einer verantwortungsvollen, überlegteren jungen Frau. Auch wenn die etwas emotionslose Romanze mit Ivan und die Beziehung zu ihrer Freundin und den Eltern thematisiert werden, bleiben diese Teile eher blass und im Hintergrund, was dem Buch aber nicht schadet. Die Reaktionen des Vaters sind allerdings wirklich unglaubwürdig!
Luca Tarenzi bietet viel theoretischen Unterbau aus den Göttersagen und heidnischen Kulten, was eine der wenigen zwar interessanten, aber auch etwas langatmigen Seiten des Buches ist – wobei man diese Informationen im Gesamtkontext braucht und sie durch „reale“ Begegnungen und Erfahrungen mit den mythologischen Wesen immer wieder aufgelockert werden.

Fazit: Wählt man die dunkle Seite der Macht, wenn man ein gepeinigter Teenager ist und plötzlich unbegrenzte Kräfte zur Verfügung stehen? Ein geschmeidig zu lesender, düster-magischer und auch mythologisch spannender Werwolf-Roman im All-Age-Bereich aus Italien, dem auch eine Prise Romantik nicht fehlt.

Bewertung: Tolle 12/15 Punkten!!!

Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-26720-6

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3 Gedanken zu “„Die zwei Monde“ von Luca Tarenzi

  1. xoxoJade sagt:

    hört sich gut an, ist das Buch ein Einzelband?

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