Nina hat gelernt, mit den Biestern umzugehen, die Teil ihrer Brüder sind. Vor allem dadurch, dass sie sich von ihnen gelöst und sich ihr eigenes Leben aufgebaut hat. Ohne Biester, die ihr nur Leid zufügen und das Leben kompliziert machen.
Als sie beim Kellnern Vincent trifft, zieht es sie magisch zu ihm – bis sie entdeckt, dass auch er das Biest in sich trägt. Ein Biest, das er besonders in stark emotionalen Situationen nicht im Griff hat und das droht, ihn und die Menschen um ihn herum zu verschlingen, wenn er nicht lernt, den Weg zurück zu finden. Ein Biest, das ihn zwangsweise zum Außenseiter hat werden lassen und immer stärker wird.
Nina und ihre Brüder starten ein Ausbildungsprogramm, bei dem Nina nicht nur die körperliche Anziehung zwischen sich und Vincent immer deutlicher spürt, was sie um sein Leben und ihre gemeinsame Zukunft kämpfen lässt.
In den Wäldern rund um Berlin rotten sich währenddessen abtrünnige Biester zusammen, die eine blutige Spur hinter sich herziehen und bereit sind auf die Kontrolle zu verzichten. Ein Kampf scheint unausweichlich…
„Das Biest in Ihm“ (Sieben Verlag) ist eine sehr düstere und eigenständige Variante des Gestaltwandler-Themas in diesem mit Superhelden gespickten Genre.
Swantje Berndt gelingt es in dieser richtig gut zu lesenden Urban-Fantasy, die eher schwierigen Aspekte irgendwo zwischen den klassischen Werwölfen und „Die Schöne und das Biest“ einzufangen, denn ihre Biester sind gefährlich und müssen sich mühsam Selbstkontrolle antrainieren, damit sie in der Welt überleben können. Speisepläne, Beziehungen und der Umgang mit emotionalen Situationen – das funktioniert hier nicht so simpel, wie es in anderen Büchern oft dargestellt wird. Genau diese blutigen, harten, fast schon brutal anmutenden Aspekte machen „Das Biest in Ihm“ glaubwürdig und heben es aus der Masse hervor.
Die Handlung ist nicht übermäßig überraschend und es gibt auch hier den „tortured hero“, der nur von dieser einen Frau gerettet werden kann. Allerdings ist Vincent der emotional glaubwürdigere, während Nina teilweise schon ein wenig „rollig“ erscheint und die Beziehung der beiden wird sehr auf den körperlichen (dafür aber sehr heißen) Aspekt reduziert. Es mangelt ein bisschen an greifbarer innerer Annäherung, weshalb man emotional nicht so gepackt wird.
Fazit: Düstere und mit viel Austausch von Körperflüssigkeiten gespickte Urban-Fantasy, die mitten in Berlin spielt. Es fehlt ein bisschen glaubwürdige Emotion, manche Sachen mögen vorhersehbar und die Gay-Kumpel arg klischeehaft sein, dafür wird hier definitiv mal eine andere und nicht romantisierte Seite von Gestaltwandlern gezeigt und es spritzt ordentlich Blut.
Bewertung: Unterhaltsame 10/15 Punkten!!!
Verlag: Sieben Verlag
ISBN: 978-3-864430-78-7
[...] von Sandra von Magische Welten. [...]