Ein uralter Palazzo in Venedig, der mittlerweile ein heruntergekommenes Hotel beherbergt, und eine knötterige Nonna, die einem selbst Weihnachten verderben kann – Kristina hat die Nase schon am ersten Tag gestrichen voll, dabei soll sie mit ihrem Bruder Jan und ihrer liebeskranken Tanta Sara die ganzen Weihnachtsferien bei ihrer Urgroßmutter verbringen.
Da klettert plötzlich ein zerrupft aussehender Junge an der Fassade hoch und Jans Piratenschuhe verschwinden. Jedoch hat nur Kristina den Jungen gesehen und zunächst will niemand ihr glauben.
Als sie durch eine Wand fällt und an der Decke des Dogen-Palastes hängend wieder auftaucht, schwarze Möwen und Ratten ihre Nonna im Palazzo überfallen, ein seltsamer schwarzer Mann auf einer nebelumwobenen Gondel sie verfolgt und Sara hypnotisch vom Wasser angezogen wird, bekommt Kristina es mit der Angst zu tun. Luca Pezzi und die kleine Pippa glauben den deutschen Urlaubern und unterstützen sie bei ihren Nachforschungen, die sie tief in die magische Geschichte Venedigs führen – zu den Geisterkindern, der Sage um die Aquana und dem Fluch der toten Tage…
Mit „Laqua – Der Fluch der schwarzen Gondel“ (cbj) ist Nina Blazon ein wunderbares modernes Märchen gelungen, das von der ersten Seite an sofort in den Bann zieht und die Spannung bis zu letzten Seite halten kann.
Venedig scheint zur Zeit als Handlungsort angesagt zu sein, Nina Blazon schafft es aber mühelos, der Geschichte ihren eigenen Stempel aufzudrücken, lässt die Stadt mit ihren stimmig wirkenden Ideen lebendig werden und durch ihre Beschreibungen eine magische Atmosphäre entstehen.
Der Wechsel der Perspektive von Kristina zum „Dunklen“ verrät dabei nicht zu viel, sondern der Blick ins Böse selbst erhöht nur die Spannung und die Neugier auf den nächsten Schachzug.
Kristina wirkt manchmal zu reif und besonnen für ihre gerade mal 11 Jahre, aber sie und ihr kleiner Bruder sind ein abenteuerlustiges Gespann, das durch Luca und die pfiffige Pippa gut ergänzt wird – und auch wenn sie manche Zusammenhänge arg schnell durchblicken, zeigen die vier berechtigte Angst und tragen Konflikte aus, was sie sehr liebenswürdig und vor allem glaubwürdig macht. Auch die Nebencharaktere sind von der abweisenden Nonna über die flippige Tante bis hin zum Polizisten Fedele sehr liebevoll ausgestaltet – und eine kleine Liebesgeschichte gibt es als Zugabe obendrauf.
Fazit: Ein großartiger Kinder-Fantasy-Abenteuerroman mit der perfekten Mischung aus Märchenelementen, gruseliger Spannung und viel Herz vor der faszinierenden Kulisse Venedigs – Nina Blazon zieht den Leser mitten rein in die Geschichte und lässt ihn bis zur letzten Seite nicht mehr los. Genügend Material für einen wünschenswerten Folgeband dürfte zu finden sein.
Bewertung: Magische 14/15 Punkten!!!
Verlag: cbj
ISBN: 978-3570154755

[...] von Sandra von Magische Welten. [...]