Eine Brandbombe fliegt ins „Merlottes“. Eric hat Streit mit Pam und verrät nicht, worum es geht – dabei dreht es sich augenscheinlich um sie. In einem alten Schreibtisch versteckt sich ein Brief, der Geheimnisse enthüllt, die sie eigentlich gar nicht wissen wollte. Ihre Elfen-Cousins leben immer noch bei ihr und Victor, der Regent der Vampire, heckt irgendetwas aus, das kein gutes Ende nehmen kann.
Mit anderen Worten: Ein völlig normaler Frühling in Bon Temps für die Kellnerin Sookie Stackhouse, in dem sie erneut um ihr Leben und ihre Liebe kämpfen muss und versucht, zwischen all den „Supras“ noch ein wenig Bodenhaftung zu bewahren. An manchen Tagen ist es aber auch wirklich einfacher, das Gewehr zu entsichern als die Bowle für eine Baby-Party zu mixen…
„Vampir mit Vergangenheit“ ist der mittlerweile 11. Teil der Reihe um die „Southern Vampires“ und Sookie Stackhouse, die eine nicht ganz ungefährliche aber durchaus reizvolle Affinität zu den supranaturalen Wesen in ihrer Umgebung hat und immer wieder zwischen die Fronten gerät.
Nicht wild zu spoilern fällt schwer, denn seit Band 1 ist viel zu viel passiert. Nur so viel: Sookie hat es bei der Männerwahl nun wirklich nicht raus, manchmal sollten Geheimnisse besser welche bleiben und einige Leute bekommen den Hals nicht voll.
Schon Band 10 der Kultreihe von Charlaine Harris fehlte ein gewisses Maß an Spannung und in „Vampir mit Vergangenheit“ wird es nur unwesentlich besser, auch wenn die Autorin ihren klaren und teilweise richtig schön trocken-ironischen Stil beibehält.
Man hat beim Lesen das Gefühl, jeder noch so kleine Nebencharakter aus Sookies Leben musste unbedingt (obwohl vollkommen überflüssig) erwähnt werden und so wirkt der Roman von der ersten bis zur letzten Seite sehr gestückelt. Natürlich dürfen die obligatorischen Liebeswirren, ein paar ordentliche Revierkämpfe und die fiesen Feinde nicht fehlen. Einige davon meinen es sehr persönlich, anderen geht es um Macht und Geld – das übliche halt. Und selbstverständlich geizt Harris auch nicht mit ein paar Litern Körperflüssigkeiten – ausgetauschten, getrunkenen und unfreiwillig vergossenen.
Allerdings scheint es, als würde die Geschichte auf Kosten der Qualität künstlich verlängert und richtig Spannung kommt erst auf den letzten gut 100 Seiten auf.
Fazit: Wieder einmal ein klassischer Zwischenroman in einer langen Reihe – leider schon der zweite in Folge, was nicht gerade zur Freude beiträgt. Für Liebhaber der Serie ein „Must-Have“, jedoch nichts für Neueinsteiger – wer allerdings eine tolle Vampir-Serie für Erwachsene und ohne glitzernde Kerlchen sucht, sollte sich Band 1 einfach mal gönnen.
Bewertung: Suchtgeprägte 9/15 Punkten!!!
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-21386-8

[...] Rezension von Sandra von Magische Welten [...]