„Das verbotene Eden: David und Juna“ von Thomas Thiemeyer

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Ein manipulierter Virus brachte die Zivilisation zu Fall: Vor 65 Jahren wurden Männer und Frauen zu erbitterten Feinden, die sich gegenseitig bekämpften und seit dem keinen Weg mehr zueinander gefunden haben.
Die Männer leben in der Bruderschaft zusammen, einer mönchischen Gesellschaft, die sich in der zerstörten Stadt und kleinen Enklaven rund um die große Kathedrale und angeführt vom furchterregenden Inquisitor eingerichtet hat.
Die Frauen leben nach den Gesetzen heidnischer Götter im Einklang mit der Natur – allerdings haben auch sie Kämpferinnen ausgebildet, die Brigantinnen, die die kleinen Dörfer in den Grenzgebieten verteidigen.
Während der Hass zwischen den „Hexen“ und „Teufeln“ nach brutalen Übergriffen der „Heiligen Lanze“, einer Elite-Einheit des Inquisitors, und Vergeltungsschlägen der Frauen wieder hochkocht, treffen sich die Brigantin Juna und der Mönche David.
Sie müssen erkennen, dass ihr aufkeimendes Gefühl allem widerspricht, woran sie glauben – und es gleichzeitig Hoffnungsschimmer und unglaublich gefährlich ist…

„Das verbotene Eden: David und Juna“ ist der erste Band einer Trilogie von Thomas Thiemeyer (PAN), die in einer dystopischen Zukunft im Raum Köln / Monschau spielt.
Die Kombination aus vorchristlichem bzw. mittelalterlichem Denken und Leben in Verbindung mit Resten „moderner“ Errungenschaften (Jeeps und Schusswaffen auf Seiten der Männer) macht den besonderen Reiz dieses Buches aus. Wenn der Inquisitor Bücher wegen ihrer Liebesgeschichten als gefährlich einstuft, andererseits mit Waffengewalt die Frauen zur Herausgabe von Nahrungsmitteln zwingt, wird der moralische Bruch in dieser Gesellschaft mehr als deutlich.

Es gibt bemerkenswerter Weise keine klare Zuschreibung von Schuld in dieser Geschichte, auch wenn die Männer intensiver in die böse Ecke gepackt werden – beide Lager sind für die Situation verantwortlich und werden auch entsprechend engstirnig und brutal dargestellt. Manche Sachen sind allerdings wenig stimmig – ein Anglizismus wie „Hardliner“ aus dem Mund von Juna, die keine Bücher und keine Medien kennt, ist einfach unpassend.
Besonders schade ist es, dass es Thomas Thiemeyer nicht gelingt, die Annäherung von David und Juna nachvollziehbar und fesselnd zu beschreiben. Das geht zu flott und es  kommen zu wenig Emotionen beim Leser an, um die dahinter stehende tiefere Bedeutung wirklich zu glauben.

Fazit: Eine Dystopie aus Deutschland mit einer erschreckenden, aber spannend und mitreißend beschriebenen Welt und richtigen Fieslingen beiderlei Geschlechts – allerdings ohne das ganz große Gefühl, um das es eigentlich geht: Die Liebe zwischen Mann und Frau. Hoffen wir doch auf Band 2…

Bewertung: Noch unbefriedigte 10/15 Punkten!!!

Verlag: PAN
ISBN: 978-3426283608

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„Sträflingskarneval“ von Annette Eickert

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Ryan Tavish, Schüler an der Schule des Druidenordens „Druida Lovo“ und Enkel des ermordeten Großmeisters, hat nur ein Ziel: Rache! Rache an den Menschen, die seinen Urgroßvater ermordeten und besonders an seinem Mitschüler Aidan, mit dem ihn eine lange Feindschaft verbindet und der an dem brutalen Überfall auf den Orden beteiligt war. Nach einer mehr als merkwürdigen Gerichtsverhandlung mit mittelalterlichen Methoden wird ihm und seinen Freunden klar, dass der neue Großmeister eigene Ziele verfolgt, die nicht dem Wohle des Ordens dienen.

Ryan beginnt mit Nachforschungen und stellt schnell fest, dass er in ein Wespennest gestochen hat – Menschen verschwinden, werden misshandelt und umgebracht, alles abgesichert durch uralte Gesetze, die wieder in Kraft gesetzt werden. Auch Aidan nähert sich der junge Mann an und stellt fest, dass nichts so ist wie es scheint, die Grenzen von Freund und Feind verwischen und er sich mitten in einem Kampf um den Fortbestand der Menschheit befindet – ein Kampf, der nicht nur ihn das Leben kosten kann…

„Sträflingskarneval“ ist ein Mystery-Thriller von Annette Eickert, der im Umfeld eines Druidenordens spielt. Was in diesem Fall bedeutet, dass die jungen Protagonisten die Schule des Ordens besuchen und sie zu den Druiden gehören. Allerdings merkt man davon, von klassischen Symbolen und dem Rückfall in alte Traditionen mal abgesehen, leider nicht viel. Allein ein lange gehütetes Geheimnis des Ordens sorgt für den Hauch von Mystery und dies bringt dann auch im zweiten Teil des Buches die fesselnde Spannung bis zum furiosen Finale.

Die erste Hälfte ist eher geprägt von zwischenmenschlichen Entwicklungen – nach einem ungewöhnlichen, aber äußerst spannenden Auftakt vom zeitlichen Rahmen her recht lang gezogen, reihen sich hier einzelne Episoden aneinander. Annette Eickert spart dabei nicht an drastischen Schilderungen von Folter, Missbrauch und Machthunger, stellt im Gegensatz dazu aber auch sehr gefühlvoll die Entwicklung von Ryan, Aidan und Co. dar, die mit Vergangenheitsbewältigung, Partnerschaft und Familie kämpfen. Manchmal scheint das geballte Leid der Protagonisten die Handlung zu fluten und hinter jeder Ecke ein weiteres Familiengeheimnis zu warten – da hätte die Autorin zu Gunsten der Spannung durchaus kürzen können.

Fazit: Druiden, die ein Geheimnis hüten, das die Welt verändern kann – eine mystische Geschichte rund um erwachsen gewordene Internatsschüler. Ziemlich viel menschliches Schicksal, ein bisschen wenig Magie, aber gut und mit viel Gefühl erzählt und ab der zweiten Hälfte kommt die Geschichte doch noch so richtig in Fahrt.

Bewertung: Unterhaltsame 9/15 Punkten!!!

Verlag: AAVAA
ISBN: 978-3845902449

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Die Autorin:

Name: Annette Eickert
Alter: 33
Wohnort/Region: Worms am Rhein/Rheinhessen
Berufl. Vorleben oder Standbein: gelernte Arzthelferin und Bürokauffrau

Warum schreibst du Fantasy? Ich liebe es, wenn ich in fremde Welten eintauchen kann, die einmal nichts mit der Realität zu tun haben. Man erhält als Autor damit die Narrenfreiheit, um seine eigene Fantasy auf Wanderschaft zu schicken, beim Lesen und auch beim Schreiben.

Das „3×3“-Kurzinterview

Drei Bücher, die dich geprägt haben bzw. die man gelesen haben sollte:
Das erste Buch ist „Der dritte Sohn“ von R. A. Salvatore. Düster, aber dennoch sehr emotional. Man ist als Leser mitten im Geschehen, fiebert mit der Hauptfigur Drizzt Do’Urden mit und kann nicht mehr aufhören. Dieses Buch wurde für mich zur Sucht und hat mich auf den Geschmack von der Reihe „Forgotten Realms“ gebracht.

Das zweite Buch ist „Das Phantom“ von Susan Kay. Jeder kennt wahrscheinlich die Geschichte vom „Phantom der Oper“, doch diese Geschichte ist anders. Sie wird komplett aus der Sicht von Eric geschrieben, von seiner Geburt bis zu seinem Tod. Die Emotionspalette ist hoch. An manchen Stellen aber auch nichts für schwache Nerven, dafür eine wunderschöne Liebesgeschichte mit einem großen Hauch Dramatik.

Das dritte Buch ist „Der Medicus“ von Noah Gordon. Ich war noch nie so gefesselt von einem Buch, wie diesem. Von Anfang bis Ende habe ich mitgefiebert, mitgelitten und konnte es gar nicht aus der Hand legen. Ein wunderbarer historischer Roman, der den Leser von England bis nach Persien führt, mit sehr viel Hintergrundwissen über die Medizin von damals, gewürzt mit einer tollen Liebesgeschichte. Mit diesem Buch habe ich auch Lust an historischen Romanen bekommen.

Drei Figuren aus Literatur oder Film und ihre Fähigkeiten, die für dich die perfekte Kombination bilden würden:
Die erste Figur wäre der Drow Jarlaxle aus der „Forgotten Realms-Reihe“ von R. A. Salvatore mit seinem außergewöhnlichen Kampfstil, seiner Gerissenheit, seiner Courage und seinem ganz eigenen Charme. Die zweite Figur wäre Raistlin aus der „Drachenlanze-Reihe“ von Margret Weis mit seinen großartig, magischen Fähigkeiten, seinem gnadenlosen Sarkasmus und seiner Kaltherzigkeit. Die dritte Figur wäre Aragorn aus „Der Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien, als der entschlossene Kämpfer und Diplomat. Wenn man alle drei Figuren zusammennimmt, würden sie sich meiner Meinung nach wunderbar ergänzen.

Drei Dinge, die für dich zum Schreiben unbedingt notwendig sind:
Musik, einen Schreibblock und ein Kugelschreiber

Homepage/Autorenseite bei FB:
https://www.facebook.com/AnnetteEickertAutorin
Homepage: www.annette.eickert.info
Blog: www.autorin-annetteeickert.de
FB:
https://www.facebook.com/pages/Autorin-Annette-Eickert/169762626415876

Vielen Dank für deine Teilnahme an MW-Spezial!

„Das letzte Zeichen“ von Gemma Malley

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Evie hat unreine Träume, aber das darf niemand wissen. Denn in der abgeriegelten Stadt werden die Bewohner durch den „Bruder“ und sein System in Kategorien der seelischen Reinheit eingeteilt. Unkeusche Gedanken, Aggressivität und kritische Fragen führen zur sofortigen Rangänderung – als D ist man Aussätziger und wird auch so behandelt.
Draußen vor der Stadt warten die Bösen, die die guten Menschen der Stadt bedrohen und ihr Seelenheil in Gefahr bringen. Nur wer der Neutaufe zustimmt, einem Eingriff am Gehirn, darf Teil der Gemeinschaft in der Stadt werden.

Evie’s Zukunft ist gesichert, da sie mit Lucas, Kategorie A und rechte Hand des „Bruders“, verlobt ist. Aber Lucas ist immer so kontrolliert und daher ist Raffy, sein offener, gefühlsbetonter Bruder, schon seit Jahren die heimliche Liebe der 17jährigen. Als Lucas hinter ihre Beziehung kommt, wird Raffy für verrückt erklärt und in den Rang K degradiert. K für „Killable“!
Jetzt bleibt den beiden nur die Flucht ins Ungewisse, wenn sie nicht sterben wollen – eine Flucht, die Evie das Leben in der Stadt und auch Lucas plötzlich in einem ganz anderen Licht sehen lässt…

„Das letzte Zeichen“ (cbt) ist der erste Band der neuen Reihe von Gemma Malley.
In ihrer Nachkriegs-Welt leben einige Auserwählte in der „Stadt“, einer Lebenswelt ständiger Eigen- und Fremdkontrolle, geprägt von einem vorgeschobenen Frieden und der unterschwelligen Angst vor Repressalien in der erzwungenen Konformität. Sie wirkt durch die kurzen, knappen und fast emotionslosen Beschreibungen noch farbloser und bedrückender.

Leider schafft es Gemma Malley nur selten, diese Kühle zu durchbrechen und die aufblitzenden und durchaus fesselnden Emotionen ihrer Protagonisten auch glaubhaft zu machen. Raffy steckt durchgehend in einer verspäteten Trotzphase und wirkt daher hilflos und auch unsympathisch, Evie verheddert sich immer wieder in ihrer Selbstreglementierung und ihr holpriger Weg daraus überzeugt nicht wirklich – einzig Lucas kann berühren und wegen ihm mag man weiterlesen, während man nach einem Taschentuch greift. Die anderen Personen, leider auch der „Bruder“, bleiben blass gegenüber der Welt und ihren Strukturen. Daher fiebert man nicht so sehr mit ihnen mit und es baut sich nicht ganz die Spannung auf, die möglich gewesen wäre bei dieser tollen Grundkonstellation.

Fazit: Eine großartige Idee für ein dystopisches Gesellschafts-Szenario, die leider nicht durchgehend spannend erzählt wird und durch eine abgeklärte Sprache zu selten Emotionen transportiert. Trotzdem muss man einfach wissen, wie es im nächsten Band weitergeht – denn es bleiben viele Fragen offen.

Bewertung:  10/15 Punkten!!!

Verlag: cbt
ISBN: 978-3-570-30817-2

Direkt bei Amazon – oder beim Buchhändler des Vertrauens!

Die Gewinner stehen fest…

Die Gewinner des tollen Juni-Gewinnspiels stehen fest – alle richtigen und vollständigen Antworten wurden bei random.org ordentlich durchgeschüttelt, um fair die Sieger zu ermitteln.

Um die signierte Ausgabe von „…und der Preis ist dein Leben, Band 1 – Mächtiger als der Tod“ von C.M. Singer gewinnen zu können, musstet ihr euch durch die Leseprobe arbeiten und die Augenfarben der Protagonisten herausfinden.

Daniel hat natürlich grüne Augen und Elizabeth braune – und ja, man musste schon ein wenig suchen.

Die zweite Frage galt mehr Euren persönlichen Geister-Lieblingen aus Film, Musik und Literatur.
Da liegen Sam aus dem Film „Ghost“ und Casper so ziemlich gleich auf, aber auch ein paar andere Gespenster sind euch als Kinder und Erwachsene richtig ans Herz gewachsen.

Im ersten Durchgang bei random.org ging es um den Hauptpreis.
Die signierte Ausgabe des Buches hat gewonnen: Jessica Grimm!

Im zweiten Durchgang (ohne Jessica) ging es um das speziell zum Buch entworfene Lesezeichen von elas-schmuckkästchen.
Das Lesezeichen geht an: Carina Clemens!

Herzlichen Glückwunsch Euch beiden!!! Bitte meldet Euch unter sandra.schwoll@web.de,  damit wir schnell die Adressen haben und die Preise losschicken können.

Nicht traurig sein, wenn es dieses Mal nicht geklappt hat – das nächste Gewinnspiel auf „Magische Welten“ kommt bestimmt.
Ich danke Euch allen für eure interessanten Beiträge – und C.M. Singer für die tollen Preise!

Und hier noch die Screen-Shots zur Verlosung: