Zahnräder, Getriebe und Schmierfett – Violet Adams ist ein Genie im Bereich der Mechanik und leider weniger darin, sich als perfekte junge Dame des viktorianischen Zeitalters zu präsentieren.
Illyria, die Akademie für englische Genies aller wissenschaftlichen Bereiche, nimmt aber nur junge männliche Studenten an, so dass Violet zu einer List greifen muss. Mit Hilfe ihres schwulen Bruders Ashton und ihres Kumpels Jack verwandelt sie sich in einen junge Mann und wird tatsächlich von Ernest, Duke of Illyria, an der renommierten Schule angenommen.
Nun beginnt für Violet eine spannende Zeit: Endlich Lernen mit und von den Besten, die Maskerade aufrecht erhalten und mit ihren neuen Freunden das Nachtleben Londons und die dunklen Keller der Schule erforschen. Dabei kommen sie nicht nur den unsichtbaren Katzen gefährlich nahe, sondern stören unabsichtlich einen Verschwörer, der die Macht über Illyria erlangen will. Aber nicht nur dieses Geheimnis macht Violet sehr zu schaffen – denn sie und der Duke kommen sich immer näher und die Verkleidung, die eigentlich ihr Leben verändern sollte, wird zu einer großen Bürde…
„Die Erfindung der Violet Adams“ von Lev AC Rose (Egmont Ink) ist eine bunte Mischung verschiedener Genres und kann irgendwie keines wirklich bedienen.
Ausgehend von einer schon bekannten Grundidee (junge Frau muss sich als Mann verkleiden, um ihren Traum leben zu können) und eingebettet in das viktorianische Zeitalter samt trendigem Steampunk, hätte das wirklich ein spannendes Buch werden können. Ja, hätte – denn nach einem recht flotten Start zieht sich die Handlung endlos, wiederholen sich Handlungsstränge und die ganze Sache kommt nicht richtig in Fahrt. Auch die Geschichte rund um die Geheimgesellschaft, den Schulkeller und die Verschwörung hinkt deutlich ihrem eigentlichen Potential hinterher.
Sprachlich bleibt Lev AC Rosen in eher trutschigen Beschreibungen hängen und kann auch die Liebesgeschichte des Buches zwischen Violet und dem Duke gefühlsmäßig nicht transportieren. Diese erinnert eher an einen Regency-Groschenroman, was auch ein paar eingestreute und vermeintlich heiße „F-Worte“ samt angedeuteter sexueller Beziehungen nicht ändern können.
Die Nebencharaktere sind pfiffig: Besonders der schwule Ashton macht viel Freude, aber auch die Mitstudenten sorgen für den ein oder anderen witzigen Moment. Ganz besonders nervig ist jedoch der Duke, dessen ewig jämmerliches „Ich bin nicht gut genug!“ überlegen lässt, warum eine geniale junge Frau wie Violet sich so einen Waschlappen ausguckt.
Fazit: Seltsame Mischung aus einer guten Menge Steampunk, einem „Mylady“-Cora-Heftchen und „Tootsie“ im Internat – da fehlt lange Zeit die Spannung und im Ganzen viel Gefühl.
Bewertung: Nicht überzeugte 6/15 Punkten!!!
Verlag: Egmont Ink
ISBN: 978-3863960315
Schade, das Cover sieht ja nett aus.
Mir hats sowas von gefallen
Das finde ich gut – denn wo kämen wir hin, wenn alle denselben Geschmack hätten? Nur noch ein Buch in den Regalen der Buchhandlungen! Das will doch niemand
omfg! Kennen Sie/Kennst du den Film “She’s the man” aus dem Jahre 2006?
Die Protagonistin heißt Viola Hastings und will aufgrund ihres für Mädchen außergewöhnlichen Hobbys auf ein Internat, die Illyria High. Dazu gibt sie sich als ihr Bruder Sebastian aus. Zahlreiche Verwicklungen gibt es als sie sich in ihren Zimmerbewohner Duke verliebt.
Mädel verkleidet sich als Junge um an einer Schule Illyria High vs Illyria Akademie aufgenommen zu werden. – check
Viola vs Violet – check
Fussball vs Physik -check
Sebastian vs Ashton – check
das nenn ich mal abkupfern o.0
Danke du hast/Sie haben mich vor eiem Fehlkauf bewahrt, mich hat ja ursprünglich der Steampunkfaktor gereizt, aber davon gibt es ja atm so einige Bücher.
Upps, den Film habe ich sogar irgendwann mal gesehen
Und man kann da durchaus die ein oder andere (oder gewaltige!) Parallele sehen. Danke für den Hinweis.