„Mythos Academy 1 – Frostkuss“ von Jennifer Estep

Wunderschöne Mädchen, heiße Kerle, hippe Klamotten, der anstehende Schulball und keinen Bock auf Geschichte – der normale Schulwahnsinn, wenn Gwen nicht ein besonderes Internat besuchen würde: Die „Mythos Academy“ bildet die Nachkommen antiker Helden aus. Zwischen all den Walküren, Spartanern und Wikingern fühlt sich Gwen als einzige Gypsy ziemlich einsam und überflüssig. Zumal sie bei jeder Berührung die Gefühle und Geheimnisse der Menschen um sie herum erspüren kann und ihr das oft genug zu viel an Information ist.
Als die Schulkönigin Jasemin in der Bibliothek umgebracht wird, kümmert dies den Rest der Schulgemeinde wenig, denn die Schnitter rund um Gott Loki meucheln schon mal öfters einen der Helden. Gwen ermittelt auf eigene Faust und plötzlich werden auch auf sie Anschläge verübt. Einzig der Spartaner Logan und die Walküre Daphne nähern sich der Gypsy an und unterstützen sie im Kampf gegen den unbekannten Gegner, bei dem Gwen sich schlussendlich ihrer Bestimmung stellen muss…

„Frostkuss“ von Jennifer Estep (ivi) ist der erste Band ihrer neuen Reihe „Mythos Academy“ und beschreibt nach Vorbild der beliebten Serien „House of Night“ und „Vampire Academy“ ihre Variation eines wahrhaft fantastischen Lebens im Internat. Nicht Vampire sind hier Hauptpersonen, sondern die recht freizügig agierende Nachkommenschaft alter Heldenvölker wie Spartaner, Wikinger, Walküren und Ninjas. Die Handlung birgt keine riesigen Überraschungen, unterhält aber definitiv über den Rahmen der knapp 400 Seiten und ist dabei durchweg stimmig und zielgruppengerecht.
Die Gypsy Gewn ist erfrischend bissig angelegt und neigt nicht zu großen depressiven Anfällen, allerdings werden nicht nur mit ihrer Außenseiterrolle einige Klischees bedient. Alle anderen sind reich, groß, stark und schön. Es gibt die Superzicke, den dunklen Bad Boy, der natürlich mit einem mordsmäßigen Six-Pack ausgestattet ist und die Schnitter, die ziemlich an die Todesser aus „Harry Potter“ erinnern. Immerhin fallen sich die Hauptpersonen nicht erwartungsgemäß zum Schluss glücklich in die Arme, die unvermeidliche Love-Story wird sich wohl noch über ein paar Bände ziehen und hat dafür sicherlich Potential – genau wie die Persönlichkeitsentwicklung der Heldin.

Fazit: „Hanni und Nanni“ für die weiblichen Jugendlichen von heute – fluffig-leichte Lektüre ohne große Ecken und Kanten, die unterhält, sich locker weg lesen lässt und dabei die Zielgruppe von „Gossip Girl“ und „Vampire Diaries“ exzellent bedient.

Bewertung: Immer noch gute 10/15 Punkten!!!

Verlag: ivi
ISBN: 978-3-492-70249-2

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