„Valentine“ von Inka-Gabriela Schmidt

Menschen werden von abtrünnigen Vampiren brutal ermordet, Erdbeben erschüttern Köln, gigantische Stürme breiten sich auf der ganzen Welt aus und reißen die Menschheit langsam aber sicher ins Chaos.
Die Vampirin Valentine ist eine Sucherin, dazu auserwählt in uralten Schriften nach der Lösung zu forschen und so die Welt vor dem Untergang zu retten. Auf einem Ausflug in die Katakomben des Kölner Doms trifft sie auf Maurice, den Sohn des brutalen Vampirjägers Geoffrey, und die beiden fühlen sich trotz der offensichtlichen Widerstände vom ersten Moment an zueinander hingezogen.
Allerdings stehen Valentines wahre Natur, die Einstellung seines Vaters und so einige weitere familiäre Verstrickungen ihrer aufkeimenden Beziehung im Wege.
Als feststeht, dass der Untergang der Welt nicht allein durch die Vereinigung von Elfen und Vampire verhindert werden kann, sondern auch andere Wesen ihre Kraft mit ihnen bündeln müssen, stellt dies Valentine, Maurice und ihre Familien vor eine große und gefährliche Aufgabe…

„Valentine“ von Inka-Gabriela Schmidt (Oldigor) ist nach „Elfenkind“ der zweite Fantasy-Roman rund um Vampire und Elfen, dessen Handlung hauptsächlich in Köln spielt. Den ersten Band nicht zu kennen, ist zwar kein Problem, da die wichtigsten Informationen flüssig in die Handlung von „Valentine“ eingebaut wurden. Allerdings haben die Hauptpersonen aus „Elfenkind“ auch in diesem Band einen großen Spielraum, so dass man manche Feinheiten nur durch die Einhaltung der Lese-Reihenfolge verstehen kann.
Valentine und Maurice entsprechen nicht unbedingt dem klassischen Muster, bei dem der starke Vampir den schwachen Menschen rettet oder es um die unsterblichen Seelen geht. Beide sind eher zurückhaltend und müssen lernen, sich der Wirklichkeit zu stellen und für sich und ihre Lieben zu kämpfen. Dies sorgt für ein großes Entwicklungspotential, das auch zu einem guten Teil umgesetzt wird, manchmal mag man ihnen aber auch ob ihrer Trantütigkeit in den Allerwertesten treten.
Ein besonderes Händchen hat Inka-Gabriela Schmidt dabei für die Beschreibung der zwischenmenschlichen Szenen, sie sind richtig heiß, ohne kitschig oder billig zu wirken.
Die Geschichte ist insgesamt schön flott in Szene gesetzt, es kommen keine Längen auf und die Zeit bis zum gelungenen, mystisch angehauchten Showdown vergeht wie im Flug.

Fazit: (Ent)spannende Romantik-Fantasy aus Deutschland, die auf unter 300 Seiten die Handlung flott voran treibt ohne dabei auf Details zu verzichten und gerade dadurch packen kann. Wer Jeanine Krock mag, sollte Inka-Gabriela Schmidt unbedingt lesen!

Bewertung: Empfehlenswerte 12/15 Punkten!!!

Verlag: Oldigor
ISBN: 978-3-9814764-3-9

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„Höllische Versuchung“ von C. Harris, N. Singh, I. Andrews und M. Brook

Batanya und Clovache haben als Britlinge alle Hände voll zu tun, dem Dieb Crick nicht nur in die Hölle, sondern auch wieder heraus zu helfen – den Teufel zu bestehlen, stellt selbst hartgesottene Söldnerinnen vor eine große Aufgabe.
Die Jägerin Sara wird dagegen von ihrer Gilde ausgeschickt, den Mörder einiger abtrünniger Vampire zu stellen. Dabei wird ihr Deacon zur Seite gestellt, der sie vor den Angriffen der Erzengel schützen soll. Wäre er nur nicht so heiß, denn einen Mann an ihrer Seite kann sie sich als zukünftige Gildenchefin nicht gut vorstellen.
Andrea hat ganz andere Probleme: Cerberus, der Höllenhund streift in der Umgebung von Atlanta umher und der tote Stiefvater von Raphael, der heißesten Werhyäne seit Menschengedenken, wurde von einem Navigator, einem Lenker der Vampire, entführt. Schon bald steht sie mitten zwischen Vampiren, Gestaltwandlern und uralter griechischer Mythologie – und vor der Frage, was sie nun mit ihren Gefühlen für Raphael anfangen soll.
Die letzte Geschichte führt in die Welt der Wächter: Maggie wird beauftragt, den Neffen von Ober-Vampir Ames-Beaumont bei der Suche nach der entführten Nichte zu unterstützen. Begleitet von Sir Pup, dem Höllenhund, machen sich der blinde George und Maggie auf den Weg quer durch die USA – Ex-CIA-Agenten und Dämonen entgegen, die teuflische Pläne verfolgen.

„Höllische Versuchung“ ist eine Anthologie aus dem Verlag Egmont Lyx, die Geschichten von Charlaine Harris, Nalini Singh, Ilona Andrews und Meljean Brook beinhaltet – alles große Namen im Bereich der Romantik-Fantasy.
Ist die Geschichte von Charlaine Harris unabhängig von ihren anderen Serien zu lesen, sind die Stories der anderen Schriftstellerinnen rund um ihre laufenden Serien angesiedelt und bieten Informationen bzw. Vorgeschichten zu Nebenpersonen, die man in den Büchern schon kennenlernen durfte.
Die Britlinge können dabei leider überhaupt nicht überzeugen, zu abstrus ist die Reise durch verschiedene Dimensionen, dabei weder sonderlich spannend noch witzig und der eigentlich mitreißende Stil der Autorin ist hier nicht wieder zu finden.
Allerdings reißen die folgenden Geschichten die Nummer wieder raus, denn alle drei können mit ordentlich Action, Humor und einem guten Schuss heißer Romantik punkten und den Ansprüchen an die jeweiligen Autorinnen ohne Probleme gerecht werden.

Fazit: Unterhaltsame und leichte Lesekost der „Grand Dames“ der Fantasy-Serienschreiberinnen, bei der Charlaine Harris die schwächste Geschichte beisteuert. Sie sorgen bei Neulingen definitiv für Zuwachs auf dem Lesestoff-Wunschzettel – und Fans wollen sich die zusätzlichen Stories bestimmt auch nicht entgehen lassen! Ach ja – liebes Team von Egmont Lyx: Bitte sorgt für eine flotte Übersetzung der Wächter-Serie von Meljean Brook, da möchte man mehr von lesen…

Bewertung: Richtig gute 11/15 Punkten!!!

Verlag: Egmont Lyx
ISBN: 978-3-8025-8501-2

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„Finding Sky“ von Joss Stirling

Sky wurde mit sechs Jahre ausgesetzt und irgendwie hat sie sich seitdem selbst nicht mehr gefunden – allein in der Musik kann sie sich verlieren und ihre Gefühle mitteilen.
Mit ihren Künstler-Adoptiveltern zieht sie von England nach Amerika in ein kleines Kaff und ist wieder mal die Neue. Ein paar Leuten sind ja wirklich nett,  bloß Zed Benedict geht ihr mit seiner coolen Art von Anfang an auf die Nerven – wenn sein sexy Lederhosen-Hintern nur nicht so gut auf sein Motorrad passen würde.
Als er sie vor Spaziergängen in der Dunkelheit warnt und sie beim Rafting fast ertränkt, erklärt Sky ihn kurzerhand zum Staatsfeind Nr. 1. Dann hört sie auf einmal seine Stimme in seinem Kopf. Und kann ihm antworten, was Zed den Boden unter den Füßen wegzieht, denn das würde bedeuten, dass Sky sein Seelenspiegel wäre, die einzige Person, die ihn vollständig macht.
Zed, der übersinnlich begabte „Savant“, lässt sich mit Haut und Haaren auf Sky ein, doch sie hat Angst vor so viel Nähe und ihren neu entdeckten Fähigkeiten, denn es gibt zu viele ungelöste Geheimnisse um sie und ihre Vergangenheit.
Aber als ein Mafia-Boss Sky entführt, muss sie sich ihrer Bestimmung, ihrer Vergangenheit und ihrer Liebe zu Zed stellen…

„Finding Sky“ von Joss Stirling (dtv) ist der Auftaktband einer neuen Reihe, die sich um die Familie Benedict und ihre sieben „Savant“-Söhne rankt. Allesamt haben unterschiedlich ausgeprägte übersinnliche Fähigkeiten und sind auf der Suche nach dem passenden weiblichen Gegenstück, das sie vervollständigt. Diese Vorgehensweise kennt man gewiss schon aus diversen Gestaltwandler- und Vampirserien, allerdings sind die „Savants“ eine spritzige neue Variante, die noch einiges an Potential bietet.
Besonders kreativ fand ich den Rollentausch im Beziehungsmuster – sind es generell eher die Kerle in den Romantik-Fantasy-Romanen, die sich sträuben und auf „Lonesome Rider“ machen, ist es hier Sky, die sich nicht binden mag und der ganzen Bestimmungs-Geschichte sehr skeptisch gegenüber steht, während Zed schon im siebten Himmel schwebt. Beiden Protagonisten wird Raum zur Entwicklung gegeben, sie wirken durch die Bank in ihren Handlungen glaubwürdig und die Liebesgeschichte hat den gewissen Taschentuchfaktor. Allein das Familien-Business der Benedicts wirkt teilweise ein wenig gewollt dramatisch, sorgt dadurch aber auch für einige spannende Handlungsteile und die Aussicht auf weiteren Feindkontakt im nächsten Band.

Fazit: Locker zu lesende All-Age-Fantasy mit viel Romantik und einer sich sträubenden Heldin – nicht die Erfindung des Rades, aber gut gemacht, spannend und mit ein paar neuen Facetten im Literatur-Leben nach „Bella und Edward“…

Bewertung: 12/15 Punkten!!!

Verlag: dtv
ISBN: 978-3423760478