“Shakespeare Undead” von Lori Handeland

Da waren sie wieder, unsere drei Probleme: Vampire, Zombies und die ganz große Liebe. Lori Handeland gibt in „Shakespeare Undead – der Untoten Zähmung“ (LYX Egmont) dem großen Meister neben der Feder auch das Schwert in die Finger, denn üble Zombies suchen London heim, immer auf der Suche nach lecker-frischem Menschenhirn. Kate dagegen ist in einer arrangierten Ehe gefangen, der sie durch Kämpfe gegen die Zombies zu entkommen versucht. Die beiden treffen sich, verlieben sich – und von da an wird neben Shakespeare’s großen Worten auch der ein oder andere Zombie gemeinsam verwurstet. Nur weiß Kate nicht, dass William ein Vampir und gleichzeitig Nekromant ist und somit eigentlich der Feind.

Lori Handeland hat definitiv wenig Respekt vor den Werken des Dichters, allerdings verarbeitet sie diese teilweise so witzig, dass man es ihr dies das ein oder andere Mal verzeihen mag – und Achtung: ohne Vorkenntnise ist das Buch nur halb so witzig. Denn ihr William, ein Vollblut-Künstler, ist schon so alt, dass er viele der Personen selber kannte, die seinen Werken nun die Namen leihen – und als Visionär so manche moderne Story ankündigt. Manchmal wirkt es allerdings zu aufgesetzt, wenn sie wieder einmal in Dialogen auf die Original-Worte Shakespeare’s zurückgreift. Doch die Lerche bekommt dank der Natur Willams in diesem Buch als Signal eine völlig neue Bedeutung.

Die Charaktere sind recht einfach gestrickt: Kate als in den Konventionen gefangene und dennoch starke Frau, die sich ihren Weg erkämpft und William als eigentlich müder Vampir, der in seiner Kunst aufgeht und erst wieder Lebensgier entwickelt, als er seine Holde trifft. Auch die Handlung folgt den klassischen Mustern des angesagten Genres „Romantic Fantasy“ und birgt dabei wenig Überraschungen, eher kleine, feine Spitzen am Rande, auf die man gut achten muss. Dafür liest es sich locker weg und bietet ein offenes Ende nach Maß, denn Shakespeare hat sich einen Weg überlegt, wie er seine Kate für immer zu der seinen machen kann…

Fazit: Für Freunde von „Romantic Fantasy“ eine nette Lektüre für zwischendurch – hartgesottene Shakespeare-Fans müssen mit einem recht freien literarischen Umgang leben.

Bewertung: Freundliche 10/15 Punkten!

Verlag: LYX Egmont
ISBN: 978-3-8025-8498-5

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